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Warum ein WSW Projekt im Studiengang Industrial Design?

Referenten
Prof. Gert Trauernicht, Prof. Dr. Brigitte Wolf

Im Studiengang Industrial Design gibt es eine lange Tradition von Kooperations-projekten, die gemeinsam mit der Industrie bzw. mitöffentlichen Trägern entwickelt wurden. In diesem Jahr feiert dieKooperationsplattform Visionlabs ihr 10-jähriges Jubiläum. Visionlabs ist eine Plattform für visionäre Forschungs- und Entwicklungsprojekte und hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einer professionell ausgerichteten Plattform für Zukunftsvisionen entwickelt. In der 10-jährigen Geschichte finden sich bekannte Namen wie John Deere, Henkel, Kone, Poggenpohl, Dornbracht, Bosch, Lufthansa und Braun, um nur einige zu erwähnen. Visionlabs steht für einen Innovationsprozess, der sich auf unterschiedlichste Themen und Aufgabenstellungen immer wieder neu übertragen lässt. Die langjährige Erfahrung in der Konzeption und Durchführung dieser Projekte war nun auch die Grundlage für das jüngste Kooperationsprojekt des Studiengangs mit den Wuppertaler Stadtwerken.

Problemstellung
Für die Entwicklung der neuen Wuppertaler Schwebebahn stehen die Stadtwerke vor einem besonderen Problem. Die für 30 Jahre in die Zukunft zu richtende Konzeption muss Bedürfnissen auf der Kundenseite gerecht werden, die sich unter Umständen gerade erst entwickeln oder andeuten. Darüber hinaus sind die WSW gezwungen, in einem sehr engen Korsett aus finanziellen und vorschriftsbedingten Restriktionen zu operieren, so dass sich neue Ideen für die Konzeption und Weiterentwicklung der Schwebebahn intern nur sehr schwer entwickeln lassen.

Aufgabenstellung
Aufgabe ist es, eine zukunftsweisende Fahrzeugspezifikation für sich verändernde Nutzerbedürfnisse zu entwickeln. Das Ergebnis dieser Spezifikation sollte ein Lastenheft für mögliche Fahrzeugentwickler sein, aus dem sich mehrheitsfähige Lösungsvorschläge zur Beantwortung der verschiedenen Problemfelder des Schwebebahnbetriebs ableiten lassen. Darüber hinaus sollte die Arbeit die Wuppertaler Bevölkerung bereits in die Konzeption einer Nachfolgegeneration der Schwebebahn integrieren und dafür sorgen, dass die Wuppertaler sich von Anfang an mit der neuen Schwebebahn identifizieren. 

Die Aufgabenstellung ist wie auf den Wuppertaler Prozess zugeschnitten. Indem am Studiengang etablierten Innovationsprozess steht zunächst immer ein detailliertes Research der unterschiedlichen Interessenslagen sowie die Nutzer- und Kontextbedingungen im Mittelpunkt der Aktivtäten. Erst auf Basis dieser Recherche ist es möglich, Aussagen über etwaige Potentialfelder für technischen und nutzungsorientierten Fortschritt zu machen. Zur Recherche gehörten ebenso die genaue Analyse bestehender Konzepte und Nutzungsszenarien in Wuppertal wie auch das „Benchmarking“ im europäischen Kontext, bei dem einzelne Problemfelder vergleichend in verschiedenen Verkehrssystemen analysiert und beurteilt werden. Die abgeleiteten Potentialfelder bilden schließlich sowohl die Grundlage für die Innovationen der aufgesetzten Konzepte, als auch für die Anforderungen an die Schwebebahn der Zukunft. Die Stärke des Innovationsprozesses liegt vornehmlich in der frühen „Erfahrbarkeit“ der Konzeptansätze und ihrer Innovationsaspekte, somit vor der eigentlichen Entwicklungsarbeit. Dieses „Preexperience“-Modell erlaubt den Projektpartnern bereits im frühen Stadium den Einblick in die Praktikabilität verschiedener Konzeptansätze, indem beispielsweise ein einfaches 1:1-Mockup in den Räumen der Universität einen testfähigen Schauplatz für verschiedene Raum- und Nutzungskonzepte liefern konnte.

Prozess und Vorgehen
In dem am Studiengang etablierten Innovationsprozess steht zunächst immer ein detailliertes Research der unterschiedlichen Interessenslagen sowie die Nutzer- und Kontextbedingungen im Mittelpunkt der Aktivtäten. Erst auf Basis dieser Recherche ist es möglich, Aussagen über etwaige Potentialfelder für technischen und nutzungsorientierten Fortschritt zu machen. Zur Recherche gehörten ebenso die genaue Analyse bestehender Konzepte und Nutzungsszenarien in der regionalen Umgebung, wie auch das „Benchmarking“ im europäischen Kontext, bei dem einzelne Problemfelder vergleichend in verschiedenen deutschen Regionen und europäischen Ländern analysiert und beurteilt werden. Die abgeleiteten Potentialfelder bilden schließlich sowohl die Grundlage für die Innovationen der aufgesetzten Konzepte, als auch für die Anforderungen an die Neuinterpretation der Marke Die Stärke des Innovationsprozesses liegt vornehmlich in der frühen „Erfahrbarkeit“ der Konzeptansätze und ihrer Innovationsaspekte, somit vor der eigentlichen Entwicklungsarbeit. Dieses „Preexperience“-Modell erlaubt den Projektpartnern bereits im frühen Stadium den Einblick in die Praktikabilität verschiedener Konzeptansätze.

Team und Set up
Das Projekt wurde von einer sehr erfahrenen Arbeitsgruppe, bestehend aus vier MasterstudentenInnen und zwei ProfessorenInnen, durchgeführt. Diese Teamform mit StudentenInnen auf Masterlevel hat sich in früheren Innovationsprojekten bereits bewährt. Das Entwicklungsteam der StudentenInnen arbeitet dafür räumlich und organisatorisch quasi in einem universitätsinternen Designteam, das unter der Projektleitung der ProfessorenInnen weitestgehend eigenständige Entscheidungen und Entwicklungsbeiträge liefert. In dieser Atmosphäre verbinden sich die Innovationskraft der angehenden Profis, die Erfahrung der ProfessorenInnen mit komplexen Entwicklungsprojekten und die Eingaben der Entwicklungspartner in idealer Weise.

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